Ein Entwickler entwickelt. Das klingt offensichtlich – und trotzdem entstehen in App-Projekten immer wieder Missverständnisse darüber, was der Entwickler leisten soll und was nicht.
Was häufig erwartet wird – aber nicht realistisch ist
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kunden davon ausgehen, der Entwickler übernehme auch:
- das visuelle Design der App
- die Erstellung und Pflege von Inhalten
- die Übersetzung in mehrere Sprachen
- das Marketing nach dem Launch
Das wird dann gerne als Paketleistung erwartet – zum Festpreis, auf Basis einer ersten Idee, ohne dass der Entwickler bisher auch nur einmal mit der Zielgruppe gesprochen hat.
Auf meine Rückfrage, wie das genau funktionieren soll, folgt meistens eine kurze Stille – und dann: „Achso, stimmt, aber das ist ja ziemlich viel Aufwand, den ich dann habe.”
Genau. Darum geht es. Eine App ist ein Geschäft wie jedes andere auch. Jedes Geschäft braucht klare Zuständigkeiten.
Was ein Entwickler tatsächlich tut
Der Entwickler übernimmt den technischen Part:
- Er setzt ein Design in Software um.
- Er verknüpft die Benutzeroberfläche mit der Programmlogik.
- Er berät bei technischen Entscheidungen: Welches Feature lässt sich auf welche Weise bauen? Was sind die Vor- und Nachteile verschiedener Ansätze?
- Er erkennt widersprüchliche Anforderungen und spricht sie an – das passiert auch in gut geplanten Projekten.
- Er sorgt dafür, dass die Software wartbar und erweiterbar gebaut ist.
- Er kennt Konventionen für iOS und Android und weiß, wann ein bestimmter Weg auf einer Plattform nicht üblich ist.
Was er nicht übernimmt – und nicht übernehmen kann – ist das Wissen über deine Nutzer, dein Geschäftsfeld und deine Zielgruppe. Das ist dein Beitrag.
Wer sonst noch zum Projekt gehört
| Aufgabe | Wer ist zuständig? |
|---|---|
| Technische Umsetzung | Entwickler |
| Visuelles Design (UI/UX) | Designer |
| Textinhalte in der App | Du – oder ein Texter |
| Übersetzungen | Übersetzer |
| Marketing & Vertrieb | Du – oder ein Marketer |
Diese Trennung ist nicht bürokratisch, sondern sinnvoll: Gute Designer denken anders als gute Entwickler. Gute Texter denken anders als gute Designer. Jede Spezialisierung bringt eine andere Perspektive – und ein besseres Ergebnis.
Du bist der Experte für das Problem
Der Entwickler weiß, wie er Software baut. Er weiß nicht, wie deine Kunden ticken, was das zu lösende Problem ist, und was die Besonderheiten deines Marktes oder deiner Branche sind. Dieses Wissen bringst du ein.
Das bedeutet: Du bist nicht nur Auftraggeber, sondern aktiver Mitgestalter des Projekts. Je besser du dein Problem erklären kannst, desto besser kann der Entwickler die richtige Lösung bauen.
Häufig gestellte Fragen
Macht der Entwickler auch das Design meiner App? In der Regel nicht. Design und Entwicklung sind separate Kompetenzen. Manche Entwickler haben ein gutes Auge für Design und können einfache Layouts umsetzen – für eine anspruchsvollere visuelle Gestaltung braucht es aber einen Designer.
Wer schreibt die Texte in der App? Das ist Aufgabe des Auftraggebers. Werden mehrere Sprachen benötigt, sind Übersetzer einzuplanen. Texte direkt vom Entwickler zu erwarten ist unrealistisch.
Was muss ich als Auftraggeber in ein App-Projekt einbringen? Dein Wissen über das zu lösende Problem, deine Zielgruppe und dein Geschäftsfeld. Du bist der Experte für den Inhalt – der Entwickler ist der Experte für die technische Umsetzung. Beide Seiten sind notwendig.
Kann ein Entwickler auch das Marketing übernehmen? Nein. Entwickler sind auf Entwicklung spezialisiert. Marketing ist eine eigenständige Kompetenz – und oft der aufwendigste Teil, nachdem eine App gelauncht ist.